PM: „Männern entschlossen entgegentreten!“

Chemnitz. Am Samstagnachmittag, dem 20.10., wurde die Chemnitzer Tristesse zusätzlich zu den freitäglichen Germanenmärschen jäh unterbrochen. Eine Gruppierung der Partei Die PARTEI (hier die übliche Standardfloskel für Pressevertreter_innen unter Fußnote 1 einsetzen) sorgte, während eines durch die Stadt führenden Trauermarschs für teils verständnisvolle Blicke der zufällig anwesenden Passant_innen. Unter dem Slogan "Männern entschlossen entgegentreten!" wurde Männern lautstark und hasserfüllt das Grundrecht auf freie Selbstbestimmung oder gar Existenz abgesprochen. Als Belege hierfür wurden aktuelle Kriminalstatistiken, sowie die fortwährende sexuelle Belästigung weiblich und / oder männlich anmutender Individuen angeprangert.

Bereits im Vorfeld sorgte eine Aktion unbekannter Vandalen in der Stadt von Donnerstag (18.10.) zu Freitag für mächtig Aufregung. Nicht Identifizierbare hatten einen etwa 2m großen Hoden, sowie ein Transparent mit der Aufschrift "#hodenfrei" am historischen Viadukt auf der Annaberger Str. gehängt. Hierzu meint Uwe Würger (Polizeipräsident i.P.): "Wir ermitteln neben dem Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr auch wegen Schändung und Sachbeschädigung eine Industriedenkmals. Wir ermitteln in alle Richtungen und können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine klare politische Einordnung treffen." Sporadisch tauchten auch kleinere Hoden-Attrappen in der Stadt auf und wurden bereits beschlagnahmt. Die PARTEI distanzierte sich auf Nachfrage der PARTEI von derartigen Aktionen und stellte klar, dass sie sich auf rechtsstaatlichen Bahnen bewege, wie das R im Akronym PARTEI bereits erkennen lässt.  Dennoch ist fraglich, wie in einer Stadt, in der Sicherheit dank Kameraüberwachung (wochentags von 8-12 und 13-17 Uhr sowie auf Nachfrage auch außerhalb der Überwachungszeiten), regelmäßigen Kontrollen und Glasflaschenverbot, Grundrechtseinschränkungen und gefordertem Besteckverbot in der Innenstadt (credits to Alexander Dierks) groß geschrieben wird, es erneut zu einer so rigorosen Protestaktion kommen konnte. Müssen jetzt alle Männer um ihre Testikel fürchten? Wir sagen ja!

Bereits vor 15 Uhr versammelten sich am Samstag einige dutzend Menschen und Männer auf dem Neumarkt. Die Polizei sperrte den Bereich vorsorglich weiträumig ab, da mit Ausschreitungen aus dem Stiernackenspektrum gerechnet werden musste, so oder so ähnlich die Aussage des zuständigen Einsatzleiters. Gegen 15:30 Uhr begann der Trauermarsch mit einem kritischen Redebeitrag, der die kriminelle Struktur des männlichen Großhirns im Besonderen hervorhob. Unterbrochen wurde die Rede durch die lautstark "Hoden ab!" skandierende Masse an Demonstrierenden. Im Gedenken an unzählige Opfer allein in den letzten Jahren bewegte sich der Trott über den Wall Richtung Marx-Monument. Am Wall sprach ein Redner, als Täter wie auch als Opfer, mit scharfen und durchaus geschichtlich bekannten Worten und warnte vor systemgesteuerter Mannesumvolkung, die seit je her gewollter Teil des Systems ist. Erhoben am Nischl hielt der Vorsitzende der PARTEI zum Abschluss eine Brandrede für den Kampf des Matriarchats, der auf die Straßen getragen werden muss. Forderungen wurden laut, nach denen Männern der Zutritt bestimmter Innenstadtbereiche untersagt werden sollte und eine allgemeine Ausgangssperre ab 16 Uhr für die männliche Bevölkerung konsequent und schnell Umsetzung finden sollte. Der Aufruf zur totalen generischen Generalisierung brachte die Teilnehmer_innen vollends in Rage. Ausschreitungen konnten nur durch die Aussicht "nun schön einen Trinken zu gehen" verhindert werden, so der Vorsitzende.

Was bleibt nun für die Chemnitzer Zukunft? "Wir planen aktuell bis Juli nächsten Jahres jeden Samstag nicht zu einer Demonstration aufzurufen."

Fußnote 1 Die PARTEI wurde vom Satiriker und ehemaligen Chefredakteur der Satirezeitschrift Titanic 2004 gegründet und fällt immer wieder durch satirische Aktionen auf, wie zuletzt durch den Auftritt Sonneborns verkleidet als Staufenberg zur Frankfurter Buchmesse. Die PARTEI erhielt in Sachsen bei der letzten Bundestagswahl 1,3% der Stimmen und konnte so wiederholt in die Parteienfinanzierung rutschen, gegen die sie selbig klagt.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Cedel, sowie der Vorstand unter info@partei-chemnitz.de gern zur Verfügung.

Pm 2018 10 22 Maenner

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